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Wie mehr direkte Demokratie den Populismus erledigt 


So hat sich die deutsche Gesellschaft bis zum Jahr 2038 entwickelt...

Die Bürger des Landes sind von der Arbeit ihrer Politiker überzeugt und mit den von ihnen gewählten Vertretern sehr zufrieden. Das liegt auch an der grundsätzlich veränderten Rolle des Politikers in Deutschland im Jahr 2038. Das System ist weniger repräsentativ als vielmehr direkt demokratisch organisiert. Die Bürger stimmen mithilfe eines Wahl-O-Mats von Zuhause bequem ab. Entschieden wird über Entwürfe und Vorschläge, die von den politischen Parteien vorher ausgearbeitet wurden. Das neue System setzt sich nach einem politischen Umsturz durch, mit dem es gelang, die Schere zwischen Arm und Reich weitestgehend zu schließen.

Es folgte ein enormer wirtschaftlicher Aufschwung, von dem letztendlich die gesamte Bevölkerung gegenwärtig profitiert. Der öffentliche Nahverkehr ist für die Bürger kostenlos, neue Technologien, wie z.B. der Hyperloop und Flugtaxis, sind für alle erschwinglich und erfreuen sich größter Beliebtheit. Aufgrund der starken politischen Einbindung der Bürger informieren diese sich gewissenhaft über die anstehenden Abstimmungen per Wahl-O-Mat. Sie wissen, dass sie es sind, die über ihre Zukunft und der ihrer Kinder entscheiden. Diese Möglichkeit der aktiven und permanenten politischen Mitbestimmung motiviert die Bürger, sich in die Gesellschaft einzubringen. Populismus ist in dieser Zukunft unpopulär, er wird mit dem ‚alten‘ System in Verbindung gebracht und gilt als ‚out‘ und ‚von gestern‘.
 


Eine Szene, die sich im Jahr 2038 zugetragen hat...

Szene 1 zu Hause in einer Wohnung

Mutter: Enzo, Florian (Kinder der Familie), AUFSTEHEN!!!

Mutter und Vater decken den Frühstückstisch.

Vater: Beeilt euch! Ich hab Hunger!

Enzo und Florian setzen sich an den Tisch zusammen mit ihren Eltern und gähnen.

Mutter: Wir haben beschlossen, dass wir mal wieder einen Ausflug machen könnten. Wo möchtet Ihr hin?

Enzo: Ich möchte zuerst nach New York. Da gibt’s heute 13 Uhr eine Flugzeugmesse.

Florian: Danach könnten wir in Mumbai was essen gehen.

Vater: Das klingt gut. Dann sollten wir spätestens 10:30 Uhr zum Hypertaxi, damit wir den Hyperloop 10:36 Uhr nach New York schaffen.

Mutter (zu Enzo): Wie lang geht denn Deine Messe überhaupt?

Enzo: Ja also… zwei Stunden würden mir dort reichen.

Vater: Na dann geht ihr beiden auf die Messe und ich shoppe mit Mama. (weiter zu Enzo und Florian mit einem Augenzwinkern) Dann hat sie den ganzen Tag so gute Laune!

Mutter: Genauso machen wir das. 16:05 Uhr geht dann der Hyperloop nach Mumbai, dann können wir 19 Uhr im Restaurant sein und bestellen.


Szene 2 in New York auf der Messe

Enzo: Man ist das geil hier!

Florian: Wie laaangweilig, ich will nach Mumbai!


Szene 3 in einem Restaurant in Mumbai

Nach ca. 2 Stunden ist die Familie auf den Weg nach Indien – natürlich per Hyperloop  gefahren und sitzen in Florians Lieblingsrestaurant in Mumbai.

Mutter (zum Kellner): Guten Abend! Wir hatten einen Tisch für vier Personen reserviert.

Kellner: Welcome in Mumbai! Bitte folgen Sie mir!

Vater (zum Kellner): Vielen Dank!

Die Familie setzt sich an den Tisch.

Vater: Wir nehmen schon mal eine große Flasche Wasser.

Kellner: Sehr gern! Bringe ich Ihnen.

Vater: Ich habe gerade eine Mitteilung bekommen, dass heute eine Abstimmung über die Einführung individualisierter Nanochips für Hyperloop-Tickets ansteht.

Enzo: Schon wieder eine Abstimmung? Geht Euch das nicht auf die Nerven?

Mutter: Nein!!! Früher konnten wir nur Parteien wählen. Und stell Dir vor, dafür mussten wir noch zu Fuß in extra dafür eingerichtete Wahllokale! Weißt Du überhaupt, was das ist?

Enzo: Nö! Klingt aber voll oldschool!

Mutter: Nicht nur, dass wir heute hier per Wahl-O-Mat bequem aus Mumbai abstimmen können. Wir entscheiden jetzt selbst, was wir wollen oder nicht wollen – nicht die Politiker. Früher war zwar nicht alles schlecht. Aber meistens haben dann die Parteien irgendetwas beschlossen, was wir als Bürger nicht immer gut fanden – und wofür wir auch nicht die Partei gewählt hatten.

Vater: Da kann ich Eurer Mutter nur Recht geben. Außerdem haben sich die Parteien ewig untereinander gestritten. Sie haben sich gegenseitig beschimpft und uns Wählern mit ganz platten Sprüchen und angeblichen Super-Patent-Lösungen für alles zu ködern versucht. Populismus nennt man das. Also kurz gesagt: Die haben uns für dumm verkauft.

Enzo: Und heute ist das anders?

Mutter: Naja. Natürlich gibt es immer wieder manche, die das auf diese krumme Tour machen. Aber die haben zum Glück keinen Erfolg. Die werden eher ausgelacht. Insofern ist das schon heute ganz anders als damals.

Vater: Das Thema werdet Ihr noch ausführlich in der Schule haben. Dort werdet Ihr die Unterschiede zwischen ‚alter‘ Demokratie und ‚digitaler‘ Demokratie genau besprechen. Und mit den heutigen Unterrichtsmethoden wird das Dir sogar richtig Spaß machen.

Es kommt das Essen, eine Art Minibüffet für 4 Personen, Enzo und Florian beginnen sich um die besten Stücke zu rangeln.